Nur ein Traum

 

Langsam öffnete ich meine Augen. Über mir ein surreal blau wirkender Himmel und eine helle Sonne, die mich nicht blendete. Ich drehte mich auf weichem grünem Gras einmal nach rechts und stand auf: Eine riesige, grüne Wiese, übersät mit rosa und gelben Blumen, in der Ferne hohe Berge und das Plätschern eines Baches.
Ich erinnerte mich an nichts, was vorher passiert war, wahrscheinlich war ich einfach bei einem Mittagsschlaf eingeschlafen. Ich lief an dem grünen Wald entlang, am Bach vorbei und kam an ein großes, weißes Haus. Es erinnerte mich an etwas und ich lief einfach ohne nachzudenken hinein. Drinnen saß ein junges Mädchen mit blonden Haaren und blauen Augen, das mit einer Katze spielte und herzlich lachte, bis es mich sah. Das Mädchen drehte den Kopf zu mir und rief erfreut: „Mama!“ Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, und stand unsicher da, bis plötzlich eine Frau mit blonden Haaren durch mich hindurch zu dem kleinen Mädchen lief. Ich lächelte, hinterfragte nichts und lief wieder aus dem Haus. Doch gerade als ich den ersten Schritt vor die Tür machte, veränderte sich die Umgebung. Ich stand im Wald, meine nackten Füße strichen am Tau entlang, und vor mir standen wieder das Mädchen und ihre Mutter. Diesmal nahm die Frau die Hand des Mädchens und strich damit sanft über das Fell eines kleinen Rehs. Es drehte seinen Kopf und stupste mit seiner Schnauze sanft gegen die Nase des Mädchens, das daraufhin hell lachte. Die Frau stand hinter ihnen und sah so stolz aus, dass ihre Augen funkelten. Ich fühlte mich von innen angenehm gewärmt, drehte meinen Kopf und befand mich wieder auf der Wiese. Mutter und Tochter tanzten und lachten, das Letzte, was ich hörte, war: ,,Ich hab dich lieb, Mama.“
Ich drehe meinen Kopf auf die Seite und starre, meine verschwitzten blonden Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, auf die vielen Geräte vor mir.
Ich höre es überall piepsen. Langsam hebe ich den Kopf. Dort sitzt der Doktor mit meinem Baby. „Es tut mir leid“, sagt er.