Ich bin’s Corona


Hallo, mein Name ist Corona. Ich bin ein Virus, der seit einigen Monaten um die Welt reist. Der Name Corona wurde mir gegeben, da ich anscheinend aussehe wie eine Krone. Meine Weltreise startete in China auf einem Markt in der Stadt Wuhan. Da der weltweit übergreifende Tourismus und die Globalisierung heutzutage etwas völlig Normales sind, habe ich mich schnell verbreitet und bin in andere Länder gereist. Immer mehr Menschen haben mich zu neuen Orten mitgenommen, die ich noch gar nicht kannte. Das war sehr interessant für mich, da ich zuvor noch nie gereist bin. Und auch jetzt bin ich noch in vielen Ländern auf der Welt unterwegs. Italien, Frankreich, Deutschland und sogar auch auf den anderen Kontinenten. Ich bin eigentlich überall.
Leider bin ich nicht so beliebt. Ich habe großen Schaden angerichtet und mache es immer noch. Ich habe das soziale Leben von allen Menschen gestoppt und ihnen somit die Möglichkeit genommen ihre Freunde, Bekannte und sogar teilweise auch ihre Familien zu sehen. Außerdem dürfen die Leute nicht mehr reisen und auch nicht ohne Grund vor ihre Haustüren gehen. Sie dürfen nicht mehr das tun, was sie sonst als selbstverständlich gesehen haben. Shoppen, Essen gehen, sich auf einen Kaffee treffen – all das ist nicht mehr möglich und auch nicht erlaubt. Die Kinder dürfen nicht mal mehr in die Schule oder in die Kita gehen. Manche Erwachsene müssen auch von zu Hause aus arbeiten. Alle Geschäfte, Restaurants und Cafés haben geschlossen und verdienen somit kein Geld. Manche Menschen verlieren wegen mir sogar ihren Arbeitsplatz und die Wirtschaft wird von Tag zu Tag schwächer. Viele erkranken an mir, viele sterben wegen mir. Die Krankenhäuser sind überfüllt und die Ärzte und Ärztinnen müssen viele Menschen retten, heilen und bekommen selbst kaum Schlaf. Sie müssen unter harten Bedingungen arbeiten und kommen kaum hinterher.
Doch all das wollte ich gar nicht, ich wollte die Welt entdecken und Spaß haben. Alle hassen mich und ich mach alles immer und immer schlimmer. Manche nehmen mich aber auch nicht ernst und machen Witze über mich, die ich ganz und gar nicht lustig finde. Andere werden verrückt und kaufen tonnenweise Klopapier. Die Gesamtsituation ist merkwürdig und muss sich so schnell es geht ändern.
Aber irgendwie rette ich die Welt auch vor sich selbst. Die Menschen wollen immer neues, größeres und schnelleres erschaffen und denken dabei gar nicht an die Folgen, sondern nur an sich selbst und an ihre Zukunft. Dass es anderen dadurch schlecht gehen könnte, beachten sie nicht. Seit ich jedoch durch die Welt reise, können die Leute nicht nur an sich denken, es zählt jetzt Zusammenhalt und Fürsorge. Man muss schauen, wie man anderen helfen kann, die es gerade nicht leicht haben und denen es schlecht geht. Man kümmert sich umeinander. Außerdem kann sich die Natur erholen: es fliegen viel weniger Flugzeuge, es fahren kaum mehr Schiffe und Autos, und die Menschen bleiben einfach mal zu Hause. Die Luftqualität in China hat sich in den letzten Monaten deutlich verbessert und das Wasser in
Venedig ist nach Jahren wieder klar. Vielleicht ist eine Weltreise von mir und meinen Freunden manchmal notwendig und hat auch positive Folgen.
Wie du siehst, bin ich nicht nur schlecht. Ich wollte das alles aber wie gesagt nicht auslösen und fühle mich auch ein wenig schuldig. Aber nutz doch einfach mal die Zeit, tu das, was du nie geschafft hast und probiere neue Dinge aus. Und dann, wenn ich fertig mit meiner Weltreise bin, hat sich hoffentlich alles wieder normalisiert.