Kann man machen, muss man aber nicht!

 

 Für dich würd ich mein Leben geben,

jeden Schmerz der Welt auf mich nehmen 

und alles was ich habe hergeben.

 

Ohne zögern, vertrau ich dir mein Leben an,

du bist voller Tatendrang und

meist mit mir im Einklang.

 

Du bedeutest Heimat für mich,

aber was bin ich für dich?

Das weiß ich nicht,

aber ich hoffe du denkst wie ich.

 

Wir können Gedanken tauschen ohne zu reden,

du kannst, wenn ich´s nicht kann mir Halt und Mut geben.

Wir können einander immer beistehen

Und gemeinsam auch mal Durchdrehen.

 

Ich liebe dich,

für deine Geduld mit mir,

lachen ist nicht schwer mit dir.

Du bereicherst mein Leben, um so viel mehr,

deshalb mag ich dich so sehr.

 

Deine Stimme löst Glück in mir aus

Und wie du lachst ist einzigartig.

Du bist immer du, nie verstellt, nie Falsch

Und alles andere als Heilig.

 

Als du gegangen bist,

hat es mir das Herz gebrochen.

Zwar sehen wir uns im Jahr in fast 26 Kalenderwochen,

aber du bist eben doch ferner als früher.

 

Du bist nicht da, wenn ich glücklich bin,

Du bist nicht da, wenn ich weine.

Du bist nicht da, zum Scheiße bauen

Und du fehlst beim wieder aufräumen.

 

Und obwohl du so weit weg bist, 

bist du immer bei mir,

du merkst auch von weitem, wenn´s mir schlecht geht

und bleibst mit mir ein wir.

 

Was auch passiert, du stehst immer hinter mir

Und ich kann immer auf dich zählen.

Das bedeutet mir sehr viel,

und doch fehlst du.

 

Ich weiß es ist gemein für dich,

aber selbst mit High-heels bist du noch kleiner als ich.

Delfinlache ohne dich wär nichts für mich.

Ich bin aufgewachsen mit dir, bist wie ein Bruder von mir,

doch Cocktails mit Schäumchen schmecken nicht mal mit dir.

 

Was du sagst bewegt mich, 

was du meinst ist mir wichtig.

Wen du nicht magst, mag ich auch nicht!

Du musst wissen, ich bin immer da für dich.

 

Ich mag wer du bist, 

verrückt, laut, ein Optimist,

ein toller Mensch, manchmal verträumt

und außerdem mein bester Freund.

 

Ich vermisse dich und hoffentlich,

vergisst du unsre Freundschaft nicht.

Luca Merz, J2D

 

Der Wahnsinn

Die Straße zog sich schier endlos entlang flacher Wiesen und vereinzelter Bäume.

Das Unheil verheißende Kreischen eines Bussards durchzog die von der Hitze flimmernde Luft.

Ein Lastwagen bretterte mit einer irren Geschwindigkeit an dem ehemaligen Ententeich vorbei und hinterließ dabei tiefe Furchen auf dem von der Mittagssonne aufgeplatzten Asphalt.

Auf den Feldern, an deren Rändern sich ein holpriger Weg von der Straße abspaltete, suchten ein paar Mäuse verzweifelt nach den letzten Kornähren, die noch nicht den großen Maschinen oder der Trockenheit zum Opfer gefallen waren. Wer dem steinigen Weg gefolgt wäre, wäre an unzähligen Apfelbäumen vorbeigekommen. Ihre Rinden waren dort, wo es mal Regen gegeben hatte,

mit Moosflechten bedeckt gewesen; bevor die Sonne auch diese hartnäckigen Lebewesen verdorren ließ. Die Zeit hatte tiefe Narben auf den dicken Rinden der Obstbäume hinterlassen und die Äste waren morsch geworden. Inmitten der Apfelbäume ragte eine tote Eiche wie ein hölzernes Skelett in den wolkenlosen Himmel. Es war schon Jahre her, dass ein Blitz den gewaltigen Baum niedergestreckt hatte. Hinter den Apfelbäumen führte der verlassene Pfad noch ein Stück über vom Sommer vergilbte Wiesen. Und hätte jemand genau hingesehen, so wären am Horizont feine Rauchschwaden auszumachen gewesen. Doch es war niemand da, um genau hinzusehen.

Niemand lief den langen Feldweg weiter. Niemand gelangte bis an die Weggabelung, mit einem wirr in alle Richtungen deutenden Wegweiser. Niemand verlor spätestens jetzt komplett die Orientierung.

Und niemand bemerkte die strahlend grüne Trauerweide, die sich an dieser Weggabelung befand.

Auch das Mädchen, das am Fuß des Baumes saß wurde nicht gesehen. Wer angestrengt gelauscht hätte, dem wäre das Summen aufgefallen, das unter dem Vorhang aus hellgrünen Blättern hervorkam. Sie konnte nicht älter als 15 Jahre sein. Einen großen Schlapphut ins Gesicht gezogen saß sie teilnahmslos, ja fast schon vollkommen regungslos da. Gekleidet, so schwarz wie die Nacht und die Haut braun gebrannt von der Sonne und dem Leben. Und doch, wäre jemand da gewesen um die Szene unter dem Baum zu beobachten, hätte er gesehen, wie sie ohne ersichtlichen Grund aufsprang und in eine Bewegung verfiel. Sie machte immer wieder einen Schritt nach vorne.

Dann verbeugte sie sich, wobei sie ihren Hut lüftete. Die Person, wäre sie da gewesen um die Szenerie zu erleben, hätte sicher einen beachtlichen Schreck bekommen, denn die Augen der jungen Frau waren alles andere als gewöhnlich. Nun waren sie zwar keinesfalls unnatürlich anhand ihrer Form oder Farbe. Es war wohl eher ihr Blick, diese ungeheuer starre Gebanntheit auf einen Punkt in der Luft. Zudem waren sie weiter aufgerissen, als man das bei Menschen normalerweise gewohnt war und sie blinzelte nicht. So verharrte sie eine Weile. Dann stellte sie sich ruckartig hin und salutierte, wonach sich ein breites Grinsen über ihr Gesicht zog. Mit der hohen Stimmlage einer überfürsorglichen Mutter sagte sie: „Bedenke, mein Kind: Wer nicht bei Troste ist, dem hilft auch kein Trost.“ Sie brach ab, als würde sie eine Antwort erwarten und sprach dann mit der tiefen, kehligen Stimme eines Zirkusdirektors weiter: „Willkommen meine Herrschaften zwischen Wahn und Sinn“. Dann brach sie zusammen. Einige Minuten verharrte sie leblos scheinend am Boden, bevor sie sich aufsetzte und den Kopf wieder gegen den Baum lehnte… Sie zog sich den Hut wieder tief ins Gesicht und begann zu flüstern. Wenig später ging das Flüstern erneut in ein Summen über und das ganze Spektakel ereignete sich von Neuem.

Auch wenn niemand da war, um es zu bezeugen, wich eines Tages auch das letzte bisschen Leben. Das breite, etwas gruselige Grinsen erschlaffte und das Mädchen stand nicht mehr auf um sich erneut an den Baum zu lehnen. In das tiefe Schwarz gekleidet lag sie da und das satte Grün der Weide wurde immer blasser, während der Baum holzig und kraftlos wurde. Ein kühler Wind wehte durch den Blättervorhang der alten Trauerweide, als Vier weiße Pferde mitsamt einer in sehr dezentem Creme gehaltenen Kutsche mitten auf der Kreuzung zum stehen kamen. Die Tür wurde aufgerissen und zwei Lakaien stiegen aus. Sie sahen in ihren Fracks ein bisschen aus, wie Pinguine. Behutsam trugen sie das Mädchen zur Kutsche. Kurz darauf fiel auch schon die Tür zu und die Kutsche hüllte sich in eine Staubwolke, bevor sie für einen eventuellen Beobachter außer Sichtweite war.

 

Luca Anouk Merz, 10a