Un jour

 Moi, je suis enfant 

 Et un jour je serai grand.

 Je veux connaître le monde,

 Les pauvres et les riches mais surtout les pauvres.

 
 

 Je veux les aider avec mon argent,

 Avec ma force, avec ma sagesse.

 Quand je suis adulte.

 
 

 En ce moment, je les vois courant, les adultes.

 Je les vois sourire, mais seulement avec ses lèvres.

 Je les entends dire : « Ça? Mais ce n’est rien pour toi. »

 J’avais voulu aider, mais ils ne m’ont pas laissé.

 
 

 Mais ce jour viendra.

 Un jour, je serai grand,

 Assez grand pour changer quelque-chose.

 Pour faire les gens sourire avec ses yeux.

 
 

 J’ai entendu parler quelqu’un du changement de climat.

 Ça semble être un problème énorme.

 Il y a de la guerre dans le monde.

 Il meurent des gens innocents.

 Des enfants comme moi.

 Seulement car ils sont nés dans un autre pays.

 Je ne le comprends pas.

 Quelle est la différence entre eux et moi ?

 
 

 Quand je serai grand, je ferai tout pour arrêter la guerre.

 Parce qu’elle n’est pas juste.

 Ma sœur m’a raconté que les animaux doivent souffrir

 Pour que nous puissions manger de la viande.

 Et mes parents m’interdisent de ne manger plus de la viande.

 Mais un jour, je pourrai le changer.

 
 

 Je veux que le monde soit un monde pour tout le monde.

 Je ne veux pas que quelqu’un doive souffrir.

 Surtout pas pour moi.

 Le monde doit être un lieu pacifique.

 
 

 Moi, je ne comprends pas pourquoi les adultes n’agitent pas.

 Sils faisaient quelque chose, le monde se changerait.

 Mais la guerre reste.

 La misère reste.

 
 

 Je ne comprends pas pourquoi je reçois tout ce que je veux

 Pourtant, dans l’autre bout du monde, les enfants meurent de faim.

 J’ai proposé à mes parents de leur envoyer un pain avec le courrier.

 Mais ils ne m’ont pas laissé.

 
 

 Moi, je ne le comprends pas.

 Peut-être, mes parents ont raison et je suis trop petit.

 Mais, pour parler franchement, je ne le crois pas.

 
 

 Je crois que le monde doit être un meilleur lieu.

 Je crois qu’il faut faire un effort pour changer le monde,

 Pour l’améliorer.

 Le monde ne s’améliora pas soi-même.

 

 

 Leben heißt unterwegs sein

 Immer deutlicher zeichnen sich die Linien vor meinem Auge ab. Rot schlängeln sie sich durch das Land, es gibt tausende Möglichkeiten, um ans Ziel zu kommen. Neben den Linien stehen Buchstaben und Zahlen, die die Städte und die Straßen benennen. Sie geben ihnen eine Identität.

 Die Karte ist bedeckt von diesen Städten, großen und kleinen, viele sind auch zu klein, um verzeichnet zu sein. Sie sind die Heimat unzähliger Menschen, unsichtbar.

 Und jeder dieser Menschen ist unterschiedlich, hat ein eigenes, besonderes Leben. Jeder hat eine andere Philosophie oder ist noch auf der Suche danach, hat andere Wünsche, andere Vorstellungen, lebt für etwas anderes. Nein, in dem Fall sind wir alle gleich. Wir leben, um glücklich zu sein. Warten darauf, dass die roten Linien uns zum Glück führen. Doch das Glück kommt in kleinen Stationen, manchmal auch unsichtbar. In jeder nächsten Stadt könnte es auf uns warten. Wir müssen es nur entdecken.

 Ich hebe den Blick von der Karte. Um mich herum ist es dunkel, rechts und links ziehen Bäume vorbei, ich höre das Rauschen der Straße. Über uns glitzern die Sterne. Ich erkenne den großen Wagen. Wie viele Lichtjahre diese Sterne wohl entfernt sind? Ich stelle mir vor, auf einem von ihnen zu sein. Wie sieht die Erde wohl von dort oben aus? Ob sie auch so schön leuchtet wie mein Stern?

 Die Sterne sind immer da, sie begleiten uns schon hunderte Kilometer und werden es auch weiter tun. Sie sind immer, sie begleiten uns schon hunderte Kilometer und werden es auch weiter tun. Sie sind immer da, mal sichtbar, mal unsichtbar. Selbst wenn die Sonne scheint. Sie sind wie Freunde. Freunde sind wie Sterne.

 Die Rücklichter des Lastwagens vor uns scheinen durch die helle Dunkelheit. Immer mal wieder kommen uns helle Scheinwerfer entgegen. Wer wohl in diesen Fahrzeugen sitzt? Woher kommen sie, wohin gehen sie? Auch sie haben ein ganz eigenes Leben zu erzählen. Jeder einzelne von ihnen. Vielleicht begegnen wir uns ja irgendwann ein zweites Mal, kommen ins Reden. Wer weiß.

 Ein Straßenschild weckt meine Aufmerksamkeit, bei der nächsten Ausfahrt fahren wir von der größeren Straße ab. Wieder widme ich mich den roten Linien, die nicht weniger chaotisch als vorher das Papier bedecken. Bald sind wir bei der nächsten Stadt, bei der nächsten Station auf der Suche nach dem Glück. Leben heißt unterwegs sein. Eigentlich sind wir doch immer auf der Suche. Auf der Suche nach Glück, auf der Suche nach Leben.

 

 

 I am here

 Der Teer ist noch warm von der Abendsonne. Doch nun ist sie weg.

 Twinkle, twinkle little star. Soon, I’ll be there. I can’t wait.

 Ich lasse meine Gedanken treiben, die Wärme durch meinen Körper wandern. Langsam schlage ich Wurzeln. Ich fühle den harten Teer unter mir, weich sinke ich hinein. Ich bin im Gestern, im Vorgestern, im Heute. Das Morgen wird schon noch kommen.

 Here you are, in silence, the eyes closed. You’re so beautiful. I can see your lighting.

 Die Welt steht still, es ist eine angenehme Stille. So, als würde sie einen Moment innehalten, um nachzudenken. Meine Hände streichen über den Teer, treffen einen kleinen Stein. Er ist winzig, hat Ecken und Kanten. Und doch passt er perfekt in meine Hand. Als wäre er schon immer darin gelegen, voller Vertrauen.

 You’re a mystery. Your smile is like a flower, tender but colorful and strong. You’re so beautiful, sitting next to this wall. I will come. But not yet.

 Wenn die Sonne geht, kommt der Mond.

 When the moon goes, comes the sun. And when the sun goes, I come. I will hold you.

 Der Stein fühlt sich an, als käme er von dort, aus unbeschreiblicher Ferne. So anders und doch füllt er den Hohlraum perfekt. Ich will ihm Heimat geben, will alles für ihn sein. Und er ist meine.

 Early I can feel your hands on my skin. Gracefully, tenderly. Your hair smells like a meadow of butterflies. I float to you. Without noticing.

 Der Mond ist nah, er berührt mein Herz. Unsichtbar liegt der silberne Schein auf mir. Ich stütze meine Hände an dem Stein der Mauer ab. Ziehe mich hoch.

 Your eyes are still closed, but I know the silver behind them. I’m stunned by your aura. Can’t think. I’m nearer. You’re nearer. Come.

 Hände fassen mich, ziehen mich zu sich. Stirn an Stirn. Mein Herz setzt aus.

 Your hands are everywhere. Every part of my skin you touch is fraught with tension.

 Ich habe vergessen, wo oben, wo unten ist. Alles dreht sich. Ich drehe mich. Mit dem Mond. wir drehen uns.

 How could I be a single moment without you? I can’t imagine. We get slower. I see your eyes and the tender darkness behind them. Yours don’t see mine. Yours see my heart.

 Stirn an Stirn. Dein flacher Atem kitzelt meine Lippen. Wir stehen da, Die Welt steht still, und wir in ihr. Die Luft knistert, doch wir hören es nicht. Deine Stirn und dein Atem streicheln mich, geben mir wärme, halten mich fest. Ich kann spüren, dass du mich ansiehst. Lächle.

 Now, I realize what the word „together” means. It’s much more than eight simple letters. Even if I had every single word of this world, I couldn’t describe it. But there’s one sentence for that I’ve waited so long to tell you.

 Ich spüre, dass du auch lächelst. Deine Haare umringen mein Gesicht. eine Welle geht durch meinen Körper, wie bei einem Hauch von einem Windzug schaukeln deine Haare kaum spürbar über mein Gesicht. Du legst deinen Finger auf meine Wange. Wärme breitet sich auf mir aus, dringt in mich hinein, schwappt über. Du atmest aus, atmest ein.

 „I am here“, I whisper.

 

 

Die Geschichte eines Schulbuches

 

Ich fühle mich alt, trocken, faltig und dürr.

Zehn Jahre habe ich nun schon auf dem Buchdeckel, zehn harte Jahre in den verschwitzten Händen unzähliger Schüler. Mein Rücken hängt in Fetzen, sodass nur noch der Stoffstreifen darunter mich zusammenhält und der Umschlag ist verschmiert und zerkratzt. Doch der Schmerz ist nur noch als dunkles Pochen wahrnehmbar, denn ich kann fast nichts mehr spüren, aber das ist eigentlich auch gut so.

In jungen Jahren hatte ich noch glattes und glänzendes Papier und duftete ganz neu, unbenutzt. Doch der erste Schüler, Nicolai Weber aus der 7c, war kein guter Einstieg. Er wusste meine unberührte Schönheit, das weiche Papier, einfach nicht zu schätzen.

Seinem Sitznachbarn schrieb er Nachrichten auf etliche Seiten, die vom Druck noch etwas schmerzten. Das kitzelte immer so, dass ich fast vom Tisch fiel. Außerdem war er ungestüm und grob, sodass gleich mehrere Seiten rissen. In diesen Momenten wollte ich nur noch schreien, es fuhren höllische Schmerzen durch die reißenden Fasern und ich konnte nichts dagegen tun, als dazuliegen und die Qualen auszuhalten.

Meine zweite Besitzerin dagegen war eine sanfte Schönheit. Als wären ihr meine Schmerzen bekannt, klebte sie lange – allerdings leider auch etwas einengende – Tesastreifen auf die schmerzenden Risse und radierte auch einige Botschaften und Kritzeleien heraus. Nach guten Klassenarbeiten küsste sie mich manchmal sogar auf den Deckel!

Ach, das waren glückliche Jahre – beinahe sogar die schönsten in meinem Leben als Buch…

Im Jahr darauf hatte ich jedoch wieder eine grobe Besitzerin. Sie war nicht sehr gut in der Schule. Meine Seiten blieben zwar alle ganz, dafür knallte sie mich aber nach jeder schlechten Arbeit und jedem Test, der schiefgelaufen war, auf den Tisch oder die Stuhlkante. So durchfuhren mich mindestens jede zweite Woche höllische Schmerzen, geradezu Blitze, und das nur, weil sie nicht gerade die Klügste war.

Die weiteren Jahre verliefen mal mehr, mal weniger gut. Es gab immer wieder Schüler, die mich für ihr Heft hielten und Schulaufgaben sowie hässliche Bilder hineinkritzelten und mich hin und wieder auf den Boden fallen ließen. Doch je öfter ich auf dem harten Boden aufprallte, desto weniger spürte ich den Schmerz, da meine Gefühle mit der Zeit immer mehr abstumpften.

 Doch nun habe ich eine neue Besitzerin – sie ist die letzte, aber die beste von allen. Das Beste kommt eben immer zum Schluss… Da sie mich nun behalten kann, geht sie sehr behutsam mit mir um. Fast habe ich das Gefühl, dass sie alte Bücher mag. Von Zeit zu Zeit riecht sie sogar heimlich an meinen von Schülerhänden und der Zeit vergilbten Seiten und atmet glücklich ein und aus, ein und wieder aus. Doch sicher bin ich mir nicht – Wer mag denn schon alte, zerfledderte Schulbücher?!

Jedenfalls liege ich jetzt gemütlich auf ihrem weichen Kopfkissen und lächle mein Mädchen an, das gerade Vokabeln lernt. Bei ihr fühle ich mich wohl, denn sie nimmt mich an wie ich bin, alt und kaputt, doch im Herzen immer noch jung wie frisch gedruckt.