Schreibwerkstatt


Die kreative Seite des Umgangs mit Literatur kommt im Deutschunterricht notgedrungen oft zu kurz. Unsere Schreibwerkstatt, geleitet von Frau Keppeler-Grohmann, bietet daher Raum, Zeit und Anregungen, um die eigenen Möglichkeiten zu entdecken und Begabungen zu fördern.

Schwerpunkte sind
- das Spiel mit der Sprache
- Umgang mit der Vielfalt der sprachlichen Mittel
- treffsichere Analyse von Texten
- weiterführender Transfer der Sprachkenntnisse auf andere Sachverhalte

Frau Keppeler-Grohmann konnte ihre Kenntnisse auf dem Gebiet Creative Writing durch zahlreiche Fortbildungen (Stuttgarter Literaturhaus, Bundesakademie Wolfenbüttel u.a.) vertiefen.


Die Schreibwerkstatt im Schuljahr 2021/22

 

Texte zur Corona-Krise


Corona-Krise

Leere Läden, leere Straßen, leere Städte. Dies ist die Auswirkung des Virus.  Massenpanik und Hamsterkäufe ist das Konzept der meisten Menschen, um diese „Apokalypse“ zu überleben. Sogar Schulen sind geschlossen und viele Menschen können nicht mehr zur Arbeit. Jeder wird aufgerufen zuhause zu bleiben und soziale Kontakte zu vermeiden, zunächst sollte man sich höchstens zu zehnt treffen, dann zu fünft, schließlich zu dritt und jetzt nur noch zu zweit oder mit Familienangehörigen, die mit einem wohnen. Das erste Mal auf der Welt kommt es zu so einem Fall. Weltweit in allen Ländern, in einem Land schlimmer als in dem anderen. Eine Pandemie. Angsteinflößend und gruselig. Überall ist diese unsichtbare Gefahr, das Virus, es fühlt sich so an, dass, wenn man auch nur ein Schritt aus dem Haus wagt, man sofort mit dem Virus infiziert wird. Und die Situation wird immer schlimmer, denn das Virus verbreitet sich schneller, als man denkt: über ein Händeschütteln, über ein Husten oder Nießen und so viele andere Übertragungswege. Ich kann das Wort Corona schon gar nicht mehr hören. Überall in den Nachrichten wird nur über das Virus berichtet, auch im Radio oder in den sozialen Netzwerken. Nichts anderes mehr. Wenn ich rausgehe, spüre ich diese Kälte, diese Einsamkeit, niemand ist wie sonst auf den Straßen, alles erscheint unbeschreiblich ruhig. In den Supermärkten sind Regale leergeräumt, vor allem Klopapier, Nudeln, Mehl und Reis. Und wenn man husten muss, wird man direkt komisch angeschaut und es wird ganz viel Abstand gehalten. In dieser schweren und komischen Zeit merkt man, wie egoistisch viele Menschen denken und handeln. Menschen denken nur an ihr eigenes Wohl. Da kauft eine Person fünf Packungen Klopapier anstatt einer und dafür haben andere keine einzige. Obwohl Supermärkte immer noch offen haben und man immer wieder neues kaufen könnte. Aber viele zeigen auch Solidarität, gehen für ihre Nachbarn einkaufen und unterstützen sich gegenseitig. Vor allem älteren Menschen, die besonders anfällig und in Lebensgefahr aufgrund des Virus sind. So sollte es auch sein, jeder sollte jeden unterstützen. Und jeder sollte am besten so wenig wie möglich Zeit draußen verbringen, denn nur so können wir das Virus besiegen und zurück zur Normalität finden. Gemeinsam können wir das schaffen.

Laura Kroner (10c)


Grenzen(los)

Du hast gedacht jetzt wärs soweit.
Endlich wär der Moment gekommen.
Endlich hast du mal wieder Zeit,
Für Pausen und zum Runterkommen.
Beschwingter Leichtmut treibt dich an,
Auf deinem Weg zum Sofa hin,
Doch bald schon fängt das Grübeln an,
Es mangelt dir total an Sinn.
Ganz langsam fängt es leise an,
Doch wird dann immer schlimmer,
Die Leere fegt dann irgendwann,
Den Leichtmut aus dem Zimmer.
Nun schaust du ganz bekümmert drein,
Die Zeit scheint dir dein Feind zu sein,
Dein Zimmer scheint zu klein zu sein,
Die Stille scheint dich anzuschreien.
Du hast gedacht jetzt wärs soweit,
Endlich mal Zeit zum Leben,
Stattdessen klopft die Einsamkeit,
Und bringt dir auch noch Regen.

Pia Kasseckert (10c)


Ich bin’s Corona

Hallo, mein Name ist Corona. Ich bin ein Virus, der seit einigen Monaten um die Welt reist. Der Name Corona wurde mir gegeben, da ich anscheinend aussehe wie eine Krone. Meine Weltreise startete in China auf einem Markt in der Stadt Wuhan. Da der weltweit übergreifende Tourismus und die Globalisierung heutzutage etwas völlig Normales sind, habe ich mich schnell verbreitet und bin in andere Länder gereist. Immer mehr Menschen haben mich zu neuen Orten mitgenommen, die ich noch gar nicht kannte. Das war sehr interessant für mich, da ich zuvor noch nie gereist bin. Und auch jetzt bin ich noch in vielen Ländern auf der Welt unterwegs. Italien, Frankreich, Deutschland und sogar auch auf den anderen Kontinenten. Ich bin eigentlich überall.
Leider bin ich nicht so beliebt. Ich habe großen Schaden angerichtet und mache es immer noch. Ich habe das soziale Leben von allen Menschen gestoppt und ihnen somit die Möglichkeit genommen ihre Freunde, Bekannte und sogar teilweise auch ihre Familien zu sehen. Außerdem dürfen die Leute nicht mehr reisen und auch nicht ohne Grund vor ihre Haustüren gehen. Sie dürfen nicht mehr das tun, was sie sonst als selbstverständlich gesehen haben. Shoppen, Essen gehen, sich auf einen Kaffee treffen – all das ist nicht mehr möglich und auch nicht erlaubt. Die Kinder dürfen nicht mal mehr in die Schule oder in die Kita gehen. Manche Erwachsene müssen auch von zu Hause aus arbeiten. Alle Geschäfte, Restaurants und Cafés haben geschlossen und verdienen somit kein Geld. Manche Menschen verlieren wegen mir sogar ihren Arbeitsplatz und die Wirtschaft wird von Tag zu Tag schwächer. Viele erkranken an mir, viele sterben wegen mir. Die Krankenhäuser sind überfüllt und die Ärzte und Ärztinnen müssen viele Menschen retten, heilen und bekommen selbst kaum Schlaf. Sie müssen unter harten Bedingungen arbeiten und kommen kaum hinterher.
Doch all das wollte ich gar nicht, ich wollte die Welt entdecken und Spaß haben. Alle hassen mich und ich mach alles immer und immer schlimmer. Manche nehmen mich aber auch nicht ernst und machen Witze über mich, die ich ganz und gar nicht lustig finde. Andere werden verrückt und kaufen tonnenweise Klopapier. Die Gesamtsituation ist merkwürdig und muss sich so schnell es geht ändern.
Aber irgendwie rette ich die Welt auch vor sich selbst. Die Menschen wollen immer neues, größeres und schnelleres erschaffen und denken dabei gar nicht an die Folgen, sondern nur an sich selbst und an ihre Zukunft. Dass es anderen dadurch schlecht gehen könnte, beachten sie nicht. Seit ich jedoch durch die Welt reise, können die Leute nicht nur an sich denken, es zählt jetzt Zusammenhalt und Fürsorge. Man muss schauen, wie man anderen helfen kann, die es gerade nicht leicht haben und denen es schlecht geht. Man kümmert sich umeinander. Außerdem kann sich die Natur erholen: es fliegen viel weniger Flugzeuge, es fahren kaum mehr Schiffe und Autos, und die Menschen bleiben einfach mal zu Hause. Die Luftqualität in China hat sich in den letzten Monaten deutlich verbessert und das Wasser in
Venedig ist nach Jahren wieder klar. Vielleicht ist eine Weltreise von mir und meinen Freunden manchmal notwendig und hat auch positive Folgen.
Wie du siehst, bin ich nicht nur schlecht. Ich wollte das alles aber wie gesagt nicht auslösen und fühle mich auch ein wenig schuldig. Aber nutz doch einfach mal die Zeit, tu das, was du nie geschafft hast und probiere neue Dinge aus. Und dann, wenn ich fertig mit meiner Weltreise bin, hat sich hoffentlich alles wieder normalisiert.

Angelina Mieser (J1)