Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!

Non scholae, sed vitae discimus: Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir! 

Dieses bekannte Zitat geht auf eine Briefstelle bei Seneca (Epistulae 106,12) zurück. Tatsächlich steht das Wort dort in umgekehrter Fassung („non vitae, sed scholae discimus“), denn Seneca empfand Unbehagen am damaligen Studienbetrieb: „Wir lernen (leider) nicht für das Leben, sondern (nur) für die Schule.“

Seit Seneca (4 v. Chr. - 65 n. Chr.) hat sich im Schulbetrieb zweifellos viel verändert. Dennoch sieht sich Schule auch in heutiger Zeit immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, zu wenig Lebensorientierung zu bieten. Es ist hier nicht der Ort, in eine vertiefte Debatte um die (tatsächliche oder vermeintliche) Lebensferne von Schule einzusteigen. Was wir Ihnen im Folgenden zeigen wollen, ist die pädagogische begründete und organisatorisch realisierbare Erweiterung des "normalen" Unterrichtsbetriebs an unserer Schule.Der Begriff "Schul-Leben" bringt die Verbindung beider Sphären gut zum Ausdruck.

Wie für jede andere öffentliche Schule gelten für das Wildermuth-Gymnasium staatliche Bildungspläne, schulgesetzliche Vorgaben und vom Schulträger gesetzte Konditionen. Neben vielen anderen Faktoren könnte man diese als  Rahmenbedingungen unserer Arbeit  bezeichnen. Innerhalb dieses Rahmens - den "harten Faktoren" -  verfügt jede Schule über Spezifika, für die sie sich selbst entscheiden kann.

Hinzu kommen die "weichen Faktoren" wie etwa die Atmosphäre im Haus, der Umgang miteinander, freiwillige Angebote außerhalb des Klassenzimmers und vieles andere mehr.

Das Wichtigste an der Schule ist der Unterricht - und doch: Eine gute Schule hat weitaus mehr zu bieten als guten Unterricht! So ist uns die Identifikation aller am Schulleben Beteiligten mit unserem Gymnasium  ein wichtiges Anliegen. Im frei gewählten Engagement außerhalb des Klassenzimmers - etwa in einer der zahlreichen AGs - gelingt dies oft besonders gut.

Das Wildermuth-Gymnasium will interessierten Schülerinnen und Schülern eine fachlich fundierte Bildung anbieten, wobei uns die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen zu bestmöglichem individuellen Erfolg besonders am Herzen liegt. Unsere drei gleichwertigen Profile an bilden das Fundament eines differenzierten Bildungsangebots, das unterschiedlichen Neigungen und Begabungen gerecht zu werden versucht. 

Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken der zahlreichen Angebote und Möglichkeiten auf unseren Internetseiten.

Pädagogisches Profil und Berufsvorbereitung

Das Wildermuth-Gymnasium hat sich zum Ziel gesetzt, die ihm anver­trauten Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung zu Persönlichkeiten zu förderm, die sich als verantwortliche Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft verstehen und entsprechend handeln. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir ein vielfältiges Angebot außerunterrichtlicher Aktivitäten etabliert, das der Persönlichkeitsbildung besondere Beachtung schenkt. Soziales Mit­einander, Humanität und Demokratie sowie ästhetische Bildung konkretisieren sich in einer Vielfalt schulischer Aktivitäten. Eng damit verknüpft sind die Bereiche des interkulturellen Ler­nens, die Förderung des Einzelnen und die Vorbereitung auf Studium und Beruf.

Damit sich der Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium möglichst pro­blemlos gestaltet, legen wir am Anfang von Klasse 5 mit Methoden­bausteinen einen Schwerpunkt auf die Stärkung der Klassengemeinschaft, der Förde­rung der Selbstständigkeit des Einzelnen und den Erwerb von Methodenkompetenz, die in den folgenden Jahren durch das Methodencurriculum erweitert und vertieft wird. Der vielleicht wichtigste Baustein zur Förderung der Klassengemeinschaft ist das einwöchige Amrum-Praktikum, das seit fast 30 Jahren alle 5. Klas­sen am Wildermuth-Gymnasium durchführen. Beteiligte Fächer sind Geographie, Biologie und Deutsch.

In den Klassen 5 und 6 wird je eine Poolstunde als Förderstunde eingesetzt, in der ab­wechselnd alle Kernfachlehrer der Klasse gezielte Fördermaßnahmen für jeweils eine kleine Schülergruppe anbieten.

In den Klassenstufen 5 bis 7 ist in der Stundentafel eine Klassenstunde verankert, die Raum für aktuelle Themen der Klassengemeinschaft und andere besprechungsbedürf­tige Fragen gibt.

Seit dem Schuljahr 2010/2011 führen alle 8. Klassen ein dreitägiges erlebnispädagogisches Projekt auf der Schwäbischen Alb durch (Verein albERGO in Hau­sen bei Trochtelfingen) - unter anderem um die aufgrund der Profilwahl neu gebildeten Klassen schnell wieder zu einer Gemeinschaft finden zu lassen.

Am Ende von Klasse 9 offerieren wir den Heranwachsenden ein Bewerbungstraining mit erfahrenen Praktikern der Kreissparkasse Tübingen, damit sie in Klasse 10 einen gut vorbereiteten Weg ins berufsorientierende Praktikum (BOGY) gehen können.

Des Weiteren arbeiten wir mit der Agentur für Arbeit zusammen, die uns bei der Vorbereitung des Studientages unterstützt und überdies in regelmäßigen Abständen Beratungster­mine an der Schule anbietet.

In der Kreissparkasse Tübingen hat das Wildermuth-Gymnasium einen außerschulischen Bildungspartner gefunden, der insbesondere den Schülerinnen und Schülern der Jahr­gangsstufen Einblicke in Bewerbungsverfahren und berufliche Arbeitsfelder verschafft.

Im Seminarkurs (Jahrgangsstufe 1) können sich besonders interessierte Oberstufenschüler interdisziplinär und wissenschaftspropädeutisch über ein ganzes Schuljahr hinweg mit an­spruchsvollen, nicht im Bildungsplan vorgesehenen Themen beschäftigen und Kontakte zur Universität knüpfen.

Stärkung des sozialen Miteinanders

Wir legen Wert darauf, dass an unserer ganzen Schule ‑ insbesondere in den Klassen selbst ‑ ein Klima gegenseitiger Wertschätzung herrscht, welches es allen erlaubt, ihre Fähigkeiten bestmöglich zu entwickeln und zu entfalten.

Die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen absolvieren ein einwöchiges Sozialpraktikum, das die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und die Sozialkompetenz fördert. 

in vielen Bereichen des schulischen Alltags bieten sich Möglichkeiten, sich für andere zu engagieren. Jedes Jahr werden Streitschlichter ausgebildet, die ande­ren Schülerinnen und Schülern bei der Konfliktlösung behilflich sind. In Zusammenarbeit mit den Johannitern erwerben die Schulsanitäter durch ihre umfassende Ausbildung in Erster Hilfe soziale Kompetenzen, die sie positiv in die schulische Lebenswelt einbringen können. Schülerinnen und Schüler der höheren Klassenstufen können sich als Schülermentorin und Schülermentor für eine 5. Klasse und in den zahlreichen Angeboten des Ganztagesangebots sowie in Arbeitsgemeinschaften für jüngere Schülerinnen und Schüler einsetzen.

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler aller Stufen arbeiten als Mitglieder der SMV aktiv an der Gestaltung des Schullebens mit. Die SMV organisiert im Lauf des Schuljahres viele Aktivitäten für alle Stufen wie z.B. Unterstufendiskos oder Aktionen zum Welt-AIDS-Tag.

Seit etlichen Jahren bietet die Schülerzeitung WG-World die Möglichkeit, sich im journalisti­schen Schreiben zu üben und dabei Schule und Schulgemeinschaft zu thematisieren.

In den Arbeitsgemeinschaften, die häufig mehrere Klassenstufen umfassen, trainieren die Schülerinnen und Schüler ein faires Miteinander, so z.B. bei der jährlichen Ausfahrt der Ski-AG. Umweltbeauftragte in allen Klassen und die Umwelt-AG rücken den verantwor­tungsbewussten Umgang mit Ressourcen im Schulleben in das Bewusstsein der Schul­gemeinschaft.

Der vom Verein der Freunde des Wildermuth-Gym­nasiums ausgelobte Elisabeth-Käsemann-Preis zeichnet Schülerinnen und Schüler aus, die innerhalb und außerhalb der Schule sozial, ge­meinschaftsfördernd und unterstützend handeln.